Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V. folgen

Nach Schließung der Ausbildungswerkstätten: Berufshilfe startet Schritt für Schritt

Pressemitteilung   •   Mai 07, 2020 17:22 CEST

Die Hephata-Berufshile bildet unter anderem Metallbauer aus. Alle Auszubildenden im dritten Lehrjahr dürfen ab Montag, 11. Mai, wieder in die Betriebe zurückkommen.

Die Auszubildenden im dritten Lehrjahr dürfen ab Montag, 11. Mai, wieder in die Betriebe der Hephata-Berufshilfe zurückkommen. Die Auszubildenden des ersten und zweiten Lehrjahres kommen für zunächst ein bis zwei Stunden Stützunterricht pro Woche in die Berufshilfe. Die restlichen 120 Teilnehmer von Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) und der allgemeinen Berufsvorbereitung müssen noch warten.

Die 23 Frauen und Männer im dritten Lehrjahr werden auf ihre Abschlussprüfungen als Bau- und Metallmaler, Hauswirtschaftler, Koch, Schreiner, Metallbauer sowie Garten- und Landschaftsbauer vorbereitet.

„Leider sind wir mit den von uns geförderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht auf dem Schirm der Politik. Die regulären Berufsschulen oder Bildungszentren der Industrie- und Handelskammer durften bereits früher den Schulbetrieb aufnehmen. Wir mussten und müssen in Teilen noch warten“, sagt Diplom-Pädagoge Lothar Eberhardt, Bereichsleiter Hephata-Berufshilfe. Dies sei gerade im Hinblick auf die Klientinnen und Klienten der Berufshilfe schwierig. „Wir arbeiten mit sozial benachteiligten oder behinderten jungen Menschen zusammen, die anfällig für Störungen des Alltags sind. Sie haben es ohnehin schwer, sich im Berufsleben zurechtzufinden. Die Einschränkungen der Corona-Pandemie sind für sie eine zusätzliche große Belastung“, weiß Eberhardt.

Er befürchtet für die anstehenden Abschlussprüfungen eine höhere Durchfallquote als sonst, „weil sich die Auszubildenden nicht optimal vorbereiten konnten. Wir müssen sehen, wie wir sie nun in der verbleibenden Zeit noch gut stabilisieren und vorbereiten können“. Die anderen Auszubildenden - im ersten und zweiten Lehrjahr - werden maximal zu fünft in kleinen Gruppen unterrichtet werden. Die Teilnehmer der Arbeitsgelegenheiten (AGHs) können, müssen aber nicht, zum 11. Mai wieder anfangen. Sie werden hauptsächlich an der frischen Luft unterwegs sein. Und auch die Beratungsstelle der Berufshilfe am Treysaer Marktplatz wird am kommenden Montag wieder öffnen.

Die Ausbilder und Lehrkräfte hätten in den vergangenen Wochen Lernpakete erarbeitet und per Post verschickt sowie Online-Angebote bereitgestellt. „Wo es nur ging, haben sich die Kolleginnen und Kollegen auch außerhalb der Bildungsstätte mit den Klientinnen und Klienten getroffen und diese unterstützt“, sagt Eberhardt. Außerdem hätte sich das Team an der Produktion von Mund-Nase-Schutz beteiligt. Momentan liefen nun die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. „Wir müssen die Betriebe und den Unterricht auf die neuen Hygiene- und Abstandsregelungen umstellen, was nicht gerade wenig Aufwand bedeutet“, so Eberhardt.

„Wir teilen einem Ausbilder ein festes Team von Auszubildenden zu. Außerdem stellen wir Mund-Nase-Schutz und Desinfektionsmittel bereit.“ Die praktische Ausbildung sei kein großes Problem, da die Ausbildungswerkstätten weitläufig genug sein, um sich aus dem Weg gehen zu können. Zudem könnten die Maler sowie die Garten- und Landschaftsbauer draußen arbeiten. Schwerer umzusetzen sei aufgrund der Raumsituation der theoretische Schulunterricht. „Aber auch dafür finden wir gerade Lösungen. Wir gehen vorsichtig einen Schritt nach dem anderen.“

Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)

In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in der Pflege und Betreuung von Senioren, in Förderschulen und der beruflichen Bildung.

Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.

Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.

Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.