Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V. folgen

Stärkung der Diakonischen Unternehmenskultur liegt neuem kaufmännischen Vorstand Dr. Michael Gerhard am Herzen

Pressemitteilung   •   Jan 13, 2021 16:14 CET

Das „Wesen der Diakonie“ hat er als 22-Jähriger im Zivildienst erlebt, jetzt ist der heute 52-jährige Dr. Michael Gerhard kaufmännischer Vorstand der Hephata Diakonie – für ihn ein Traumberuf.

Mit einem „Gefühl von Wertschätzung“ hat Dr. Michael Gerhard seinen Einstieg als neuer kaufmännischer Vorstand der Hephata Diakonie erlebt. Am 4. Januar hatte der 52-Jährige seinen ersten Arbeitstag. Dass die neue Aufgabe für ihn die perfekte Wahl gewesen ist, hat er indes schon voriges Jahr im Bewerbungsverfahren gemerkt.

Wenn Dr. Michael Gerhard in seinem neuen Büro den Blick schweifen lässt, schaut er durch die Fenster auf das Haus Nazareth. Dort haben Diakonissen 1864 den Grundstein für die spätere Entwicklung der Hephata Diakonie gelegt, die Gerhard heute als ein „modernes und diakonisches Sozialunternehmen“ ansieht und als solches weiterentwickeln und stärken will.

Auf dem Schreibtisch des neuen Vorstands liegen ein aufgeschlagener Aktenordner und ein Notizbuch. Neben der Tastatur klebt ein Haftnotizzettel. Es erinnert ihn an einen Anruf, den Gerhard sich vorgenommen hat. Sobald die Mitarbeiterin wieder im Dienst ist, die sich über Weihnachten und bis Silvester freiwillig für eine Woche mit einer Jugendhilfe-Wohngruppe in Quarantäne begeben hat, will er ihr persönlich „Danke“ sagen für diesen bemerkenswerten Einsatz.

Wertschätzung als wesentlichen Teil einer diakonischen Unternehmenskultur – auch Dr. Gerhard selber hat sie zu seinem Start bei Hephata erlebt. „Wie ich im Bewerbungsverfahren vom Aufsichtsrat behandelt worden bin, die Gespräche mit meinem künftigen Vorstandskollegen Maik Dietrich-Gibhardt und meinem Vorgänger Klaus Dieter Horchem und auch die ersten Begegnungen mit Mitarbeitenden und Leitenden Hephatas – ich fühle mich gut aufgenommen und habe schon jetzt richtig Freude an den neuen Aufgaben“, sagt der Stadtallendorfer.

Geboren in Frankfurt, aufgewachsen in Bad Vilbel und zuletzt mehr als 20 Jahre als Geschäftsführer der Deutschen Gemeinschafts-Diakonieverband GmbH in Marburg, die Träger mehrerer diakonischer Kliniken ist: „Ich bin echter Hesse und fühle mich insbesondere der Region hier sehr verbunden“, betont Dr. Gerhard. Heute lebt der passionierte Karatekämpfer und begeisterte Wanderer mit seiner Frau Silke in einem Einfamilienhaus in Stadtallendorf. Aus erster Ehe hat er zwei Kinder - Juliane (19) und Johannes (17).

Gerhards beruflicher Werdegang zeugt von großem Wissensdurst, dessen Zeugnis eine ganze Reihe an Abschlüssen sind: Gelernter Bankkaufmann, Diplom-Religionspädagoge, Diplom-Diakoniewissenschaftler, Diplom-Sozialarbeiter, Doktor der Philosophie, Diakon und Master der Betriebswirtschaft. Was ihn dabei angetrieben hat, ist der im Zivildienst geborene und nun bei Hephata in Erfüllung gegangene Berufswunsch: Vorstand einer großen diakonischen Komplexeinrichtung.

Als eine Art Schlüsselerlebnis für seine berufliche Laufbahn beschreibt der 52-Jährige eine Szene, in der er als Zivildienstleistender in einer Pflegeeinrichtung einem Senior beim Baden hilft. Der Pflegebedürftige gilt in dem Seniorenzentrum als verschlossen und zurückgezogen. Als Gerhard ihm beim Baden hilft, erzeugt das bei dem alten Mann offensichtlich eine Situation der Nähe und Gerhard spürt die Verantwortung in dieser Situation der Verletzlichkeit. Schließlich beginnt der Rentner etwas zu tun, was keiner erwartet hätte: Er redet und öffnet sein Herz.

„Es ist ein Gespräch entstanden, das zwar sicher nicht theologisch gewesen ist, für mich aber trotzdem den Charakter von Seelsorge hatte“, sagt Gerhard. In diesem Miteinander der helfenden Tat, also der Pflege, und der Zuwendung im Gespräch, hat der seinerzeit 22-jährige Zivildienstleistende und heutige Hephata-Vorstand das „Wesen von Diakonie“ erlebt, wie er sagt. „Für mich stand fest, dass ich mein damals bereits erworbenes kaufmännisches Wissen aus der Banklehre mit etwas Sozialem verbinden wollte. Die Leitung eines Sozialunternehmens war fortan mein Berufsziel.“

Ziele bleiben für den nun in der Hephata Diakonie angekommenen Vorstand ein wichtiges Thema. „Ein modernes Sozialunternehmen sein, das diakonisch und wirtschaftlich erfolgreich arbeitet und ein Teil der Gesellschaft ist – das sind meine Ziele für die Hephata Diakonie“, erklärt Gerhard. Zur Strategie, um die Ziele zu erreichen, sagt er: „Die Stärkung der diakonischen Unternehmenskultur ist für mich der wichtigste Punkt, auch für alle weiteren konkreten Ziele, die es gibt und die zu entwickeln sind.“ Konkret heißt das für ihn beispielsweise, die Ergebnisse der jüngsten Mitarbeiterbefragung weiter zu bearbeiten und aus ihnen abzulesen, was es braucht, um die mehr als 3.000 Mitarbeitenden Hephatas noch mehr zu beteiligen, sie letztlich zu Botschafterinnen und Botschaftern auch im Sinne der Weiterempfehlung Hephatas als Arbeitgeberin zu machen.

Wichtige Mulitplikator*innen sind für Gerhard auch die Spenderinnen und Spender Hephatas – das Fundraising ist ein Arbeitsfeld, das der neue Vorstand gerne ausbauen will. Auch, um Netzwerke zu knüpfen in die Gesellschaft, in die Gemeinden vor Ort, in denen Hephata sich für Menschen mit Hilfebedarf engagiert. Konkrete Herausforderungen aus Sicht des neuen Vorstands sind Investitionen in Gebäude und die Gewinnung und Bindung von neuen Mitarbeitenden. Allem anderen aktuell vorangestellt ist zudem die Bewältigung der Corona-Pandemie. „Hier leisten die Mitarbeitenden Hephatas wirklich Großartiges“, lobt Gerhard die Kolleginnen und Kollegen in allen Bereichen und Regionen.

An das spezifische und persönliche „Dankeschön“ erinnert die Haftnotiz auf seinem Schreibtisch mit der Telefonnummer der Jugendhilfe-Wohngruppe in Limburg. Dass dort ein kaufmännischer Vorstand anruft, ist nicht alltäglich, entspricht aber Gerhards Selbstbild: „Als Vorstand sehe ich mich auch als Förderer und Unterstützer. Und als Teil der Dienstgemeinschaft, die wir als Dienstgeberinnen und Dienstnehmerinnen miteinander bilden und die uns als Diakonie ausmacht. Das ist einzigartig in der Sozialwirtschaft.“

Hintergrund:
Vorstand der
Hephata Diakonie


Dr. Michael Gerhard folgt als neuer kaufmännischer Vorstand der Hephata Diakonie auf Klaus Dieter Horchem, der im März 2021 in den Ruhestand gehen wird. Bis dahin werden die Geschicke Hephatas von drei Vorständen geleitet. Mit dem Renteneintritt von Horchem gibt es ein neues, gleichberechtigtes Vorstands-Duo aus Dr. Gerhard und Vorstandssprecher Maik Dietrich-Gibhardt. Gerhard war vom Aufsichtsrat Hephatas bereits im vorigen Sommer gewählt worden, er verfügt über langjährige Leitungserfahrungen sowohl als Geschäftsführer der Deutscher Gemeinschafts-Diakonieverband (DGD) GmbH (seit 2004) als auch als Vorstand der DGD Stiftung (seit 2014) mit Verantwortung für einen Klinikverbund aus sechs Akutkrankenhäusern und zwei Rehakliniken in mehreren Bundesländern. Neben seiner betriebswirtschaftlichen Kompetenz als Master of Business Administration bringt Gerhard Diplom-Abschlüsse als Sozialarbeiter, Diakoniewissenschaftler und Religionspädagoge mit. Promoviert wurde der 52-Jährige als Doktor der Philosophie, wobei sich seine Dissertation mit diakonischem Handeln, ökonomischem Denken und ethischem Erwägen beschäftigt. Der zweifache Familienvater ist zudem 2006 in Hephata in das Diakonenamt der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck eingesegnet worden.

Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)

In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in Förderschulen und der beruflichen Bildung. In unserer Tochtergesellschaft Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde) bieten wir zudem an mehreren Standorten ambulante und stationäre Hilfen für Seniorinnen und Senioren an.

Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.

Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.

Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.

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