Pressemitteilung -
Kaffee trinken und Traktor fahren? Willkommen im Jubiläums-Café 125
Was hat ein Schweißgerät mit einem Traktor gemeinsam? Und was haben die beide in einem Café zu suchen? Die Antwort liegt nicht in der Technik, sondern in der Idee hinter dem Café125 zum Jubiläum der Hephata Diakonie: Teilhabe erlebbar machen. Zwischen Kaffeeduft und Ausstellungswänden stehen ab sofort ein Schweißgerät – und ein Traktor. Zumindest fast. Damit wird das Café zum Erlebnisort und zeigt gleichzeitig, wie moderne Bildung für Menschen mit Beeinträchtigung aussehen kann.
Schweißen, lenken, staunen: Auf der einen Seite steht der sogenannte LernAcker. Ein Computerarbeitsplatz mit einem speziell angepassten Setting, die es Schüler*innen ermöglicht, virtuell Traktor zu fahren und landwirtschaftliche Abläufe kennenzulernen. Verantwortlich für das Projekt ist unter anderem Lehrkraft Christian Hauser. Für ihn ist klar, was den Reiz ausmacht: „Die Hauptattraktion ist der Zugang zu einem hochkomplexen Spiel – jetzt nicht nur für unsere Schüler*innen, sondern eben auch für Besucher*innen.“
Denn was spielerisch wirkt, hat Methode. Der Simulator ist so gestaltet, dass er Menschen Schritt für Schritt anleitet. Möglich wird das durch ein durchdachtes, universelles Design, das bereits mehrfach ausgezeichnet wurde – national, als auch international. Denn der LernAcker sorgt für mehr als Lernerfolge: „Selbstvertrauen - Ohne Zeitdruck, ohne Risiko können Auszubildende mit dem entsprechendem Setting so lange fahren, wie sie wollen – auf einem echten Schlepper wäre das kaum möglich“, so Hauser.
Nur wenige Schritte weiter bleibt es technisch - und genauso spannend. Der Schweißsimulator aus der Metallausbildung wirkt auf den ersten Blick wie ein klassisches Werkzeug. Doch auch hier geht es um einen geschützten Einstieg ins Handwerk. Vor rund fünf Jahren wurde das Gerät für die Berufshilfe angeschafft. „Das ist ein guter Einstieg für Auszubildende“, erklärt Holger Rosner, Betriebsleiter der Ausbildung im Metallbereich.
Das Besondere: Der Simulator vereint gleich mehrere Schweißverfahren in einem einzigen Gerät – MAG (Metall-Aktiv-Gas), WIG (Wolfram-Inertgas) und E-Handschweißen (Lichtbogenhandschweißen). In der Praxis wären dafür mehrere Maschinen nötig. Gleichzeitig unterstützt das System die Auszubildenden mit Hilfestellungen, gibt Rückmeldungen zur Technik und dokumentiert Lernfortschritte digital, die auf einem Bildschirm in Echtzeit abrufbar sind – nun auch für Besucher*innen. „Damit zeigen wir eben, wie modern Handwerk eben auch sein kann“, so Rosner.
Werkstücke wie Rohre können realitätsnah nachgebaut werden – ganz ohne Funken, Hitze oder Materialverbrauch. Und genau das macht den Unterschied: Fehler sind erlaubt. Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht. Gerade für Menschen mit Benachteiligungen, etwa mit Epilepsie oder Autismus, entstünde ein Raum, in dem sie sich sicher ausprobieren können. „Sie können hier Dinge testen, ohne sich zu verletzen“, erklärt Rosner.
Dass beide Simulatoren nun Teil der Ausstellung „125 Jahre – 125 Gesichter“ im Jubiläumscafé sind, ist kein Zufall. Sie stehen für einen Perspektivwechsel und machen das Café zu einem echten Erlebnisort. Besucher*innen sind eingeladen, selbst aktiv zu werden und einen direkten Einblick in die berufliche Bildung bei Hephata zu bekommen.
Und genau darauf liegt das Augenmerk: Hier wird nicht nur gezeigt, was möglich ist – man kann es selbst erleben. „Förderschule bedeutet eben nicht, dass etwas nicht geht“, sagt Hauser. „Sondern dass hier etwas Besonderes passiert.“ So wird das Cafe zu einem Ort, der zeigt, wie Zukunft aussehen kann, wenn man sie einfach ausprobiert. Ein Ort, der noch mehr kann als Kaffee und Kuchen.
Das Café125 in der Alten Küche direkt hinter der Hephata-Kirche hat ab Ostersonntag bis zum Ersten Advent immer sonntags von 11 bis 16 Uhr und dienstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die feierliche Eröffnung am Ostersonntag startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst. Alle Infos und Anmeldungen unter www.hephata.de/ostern
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Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)
In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in Förderschulen und der beruflichen Bildung. In unserer Tochtergesellschaft Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde) bieten wir zudem an mehreren Standorten ambulante und stationäre Hilfen für Seniorinnen und Senioren an.
Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.
Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.
Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.