Pressemitteilung —
Hephata feiert Erntedank: Vom Kartoffelacker zum großen Hoffest mit Knolle und Kohl
Zentimeterdicke Erde unter den Sohlen der Gummistiefel, braune Erdreste unter den kleinen Fingernägeln und ein Lächeln breit über das ganze Gesicht: Die Kinder der Integrativen Kindertagesstätte Hephatas halfen jetzt bei der Kartoffelernte auf dem Bio-Hofgut Richerode, einer WfbM der Hephata Diakonie. Der Ausflug ist der Auftakt in die Erntezeit und zugleich ein Vorgeschmack auf das alljährliche Erntedankfest Hephatas, das am 4. Oktober stattfindet.
Wo wachsen eigentlich Kartoffeln? Und wie kommen sie vom Acker auf den Teller? Antworten auf diese Fragen bekamen die Kinder jetzt, indem sie selbst mit anpackten. Gemeinsam holten sie einen ganzen Vormittag lang die Knollen aus der Erde. „Für die Kinder ist es wichtig, einmal aus ihrem gewohnten Umfeld herauszukommen und unmittelbar zu erleben, wo unsere Lebensmittel herkommen“, sagt Ilona Pinhard, Leiterin des Hephata-Kindergartens. Das Thema Nachhaltigkeit sei ohnehin ein Thema in der Kita: „Durch diesen Ausflug können die Kinder selbst erleben, wie Kartoffeln wachsen und geerntet werden.“
Dabei sei der Ausflug mehr als eine Fahrt aufs Feld. Schon die gemeinsame Busfahrt, das Arbeiten in der Natur und das Zusammensein als Gruppe seien Teil des Erlebnisses, bei dem auch der inklusive Gedanke eine wichtige Rolle spiele. „Wir ermöglichen allen Kindern, entsprechend ihrer Möglichkeiten, an diesem Erlebnis teilzuhaben und tatsächlich auch mit anzupacken“, sagt sie.
Und die Hilfe der Jüngsten kam genau richtig, sagt Jonas Müller schmunzelnd, Betriebsleiter auf dem Bio-Hofgut. Dort ist die Kartoffelernte derzeit etwa zur Hälfte geschafft. Drei der insgesamt sechs angebauten Sorten – Anuschka, Simonetta und Glorietta – sind bereits eingesammelt und in der Hephata-Gärtnerei in Treysa erhältlich. Aber: Der Drahtwurm, der die Knollen anfrisst und dadurch für äußerliche Schäden sorgt, sei auf dem Vormarsch. Deshalb müsse die Ernte nun zügig eingebracht werden. Insgesamt falle die diesjährige Ernte aufgrund der anhaltenden Trockenheit unterdurchschnittlich aus. „Die Qualität der Kartoffeln ist gut, aber beim Ertrag liegen wir unter dem Durchschnitt“, sagt er. Er gehe aktuell von einer Gesamtmenge von weniger als 20 Tonnen aus. „Für das Erntedankfest und die Versorgung mit den eigenen Kartoffeln reicht die Menge dennoch aus.“ Drei weitere Sorten, darunter die rot-schalige Laura, eine mehlige und eine festkochende Sorte sollen spätestens Anfang Oktober in der Hephata-Gärtnerei zu kaufen sein.
Und außerdem gebe es neben der Knolle in diesem Jahr auch Kohl: „Wir haben erstmals hier Weißkohl und Rotkohl angebaut, die ab Oktober ebenfalls in der Gärtnerei erhältlich sein werden“, sagt Jonas Müller. Dabei habe er ein besonderes Anbauverfahren angewendet: „Beim Mulchanbau wird der vorbereitete Acker mit einer Mulchschicht bedeckt, in die die Pflanzen eingesetzt werden. Gerade während der trockenen Witterung zeigten sich die Vorzüge“, erklärt Müller. Denn die Mulchschicht habe dabei geholfen, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten. Der Kohl sei dadurch ohne zusätzliche Bewässerung ausgekommen.
Getestet werden dürfen Knolle und Kohl gerne beim Erntedankfest, das am Sonntag, 4. Oktober, stattfindet. Nach der einjährigen Pause aufgrund der Baustelle auf der Zufahrtsstraße, findet das Fest wieder wie gewohnt auf dem Bio-Hofgut in Richerode statt und startet um 11 Uhr mit einem Gottesdienst im alten Rinderstall. Im Anschluss erwartet die Besucher*innen ein buntes Hoffest mit Angeboten für die ganze Familie. Für Kinder gibt es unter anderem wieder eine Stroh-Hüpfburg und einen Tretschlepper-Parcours. Imanuel Immergrün wird auf Stelzen auftreten. Außerdem sorgt Maik Garthe für die musikalische Unterhaltung an diesem Tag. Hofführungen stehen ebenfalls wieder auf dem Programm - Uhrzeiten und Treffpunkt werden vor Ort bekannt gegeben. Kulinarisch darf die Kartoffel natürlich nicht fehlen: Geplant sind unter anderem Kartoffelpuffer, Kaffee und Kuchen gibt es in der Kantine, Pizza im Hephata- Backmobil. Zum Programm gehört nach dem Gottesdienst auch die Ehrung langjähriger Mitarbeitender.
Und bis zum großen Erntedankfest durften die Kinder der Kindertagesstätte schon mal die Kartoffeln testen: „Besonders schön war für die Kinder zu erleben, dass ihre selbst geernteten Kartoffeln am nächsten Tag direkt auf den Teller kamen. Gemeinsam bereiteten sie Ofenkartoffeln zu. Die Kinder erlebten so, wie aus gemeinsamer Arbeit und eigener Ernte eine Mahlzeit entsteht“, sagt Ilona Pinhard.
Hintergrund: Das Bio-Hofgut Richerode ist ein landwirtschaftlicher Bio-Betrieb und zugleich eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) der Sozialen Teilhabe der Hephata Diakonie. Aktuell arbeiten rund 40 Klient*innen sowie 14 Mitarbeitende auf dem Bio-Hofgut. Dort gibt es neben der Arbeitsgruppe Tierhaltung und Landwirtschaft auch die Hauswirtschaft sowie eine Arbeitsgruppe, die sich um den Fuhrpark kümmert. Alle Erzeugnisse der Landwirtschaft sind in der Hephata-Gärtnerei in Treysa erhältlich, die ihre Öffnungszeiten wie folgt geändert hat: Samstag 9 bis 13 Uhr. Die Öffnungszeiten unter der Woche bleiben unverändert: Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr. Adresse: Margarete-Weber-Weg 1, 34613 Schwalmstadt-Treysa.
BU: Die Kinder der Integrativen Kindertagesstätte Hephatas waren gemeinsam auf dem Kartoffelacker und halfen bei der Ernte. Von links Tessa Thamer, Necmi Güven, Dyana Goitom, Damian Glück, Mira Ziegewald, Ege Gün, Ella Martens und Luke Lichtenfels. (Fotos: Hephata Diakonie / Linett Pfeifer)
BU: Betriebsleiter Jonas Müller präsentiert die Neuware: Erstmals wurde auf dem Hofgut Richerode Weiß- und Rotkohl angebaut.
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Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)
In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in Förderschulen und der beruflichen Bildung. In unserer Tochtergesellschaft Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde) bieten wir zudem an mehreren Standorten ambulante und stationäre Hilfen für Seniorinnen und Senioren an.
Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.
Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.
Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.