Pressemitteilung —
Protest-Postkarte an Bundesregierung übergeben: Hephata Diakonie und Diakonie Hessen setzen starkes Zeichen gegen Sozialkürzungen
Mit einer gemeinsamen Protestaktion haben die Hephata Diakonie und die Diakonie Hessen heute in Berlin ihre Stimme gegen die geplanten Kürzungen in der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe erhoben. Tausende Menschen aus Hessen haben sich an der Postkartenaktion beteiligt und mit persönlichen Botschaften an die Bundesregierung für sozialen Zusammenhalt und den Erhalt verlässlicher Unterstützungsangebote geworben.
Auf Initiative der Hephata Diakonie, die die Beteiligung zahlreicher eigener Einrichtungen organisiert und die Idee einer persönlichen Übergabe in Berlin eingebracht hatte, werden die gesammelten Postkarten anlässlich des Hessenfestes in der Hessischen Landesvertretung übergeben. Stellvertretend nahm Nina Warken (CDU) als Bundesministerin für Gesundheit eine der Karten entgegen, alle anderen Karten werden gebündelt im Bundeskanzleramt abgegeben. Gemeinsam überreichten Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, und Stefan Gerland, kaufmännischer Vorstand der Hephata Diakonie, die Karte im Auftrag der vielen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner an die Bundesministerin.
„Wer heute bei sozialen Leistungen kürzt, zahlt morgen doppelt – gesellschaftlich und finanziell. Tragfähige Reformen für einen zukunftsfesten Sozialstaat entstehen nicht am Schreibtisch, sondern aus der Praxis. Hinter jeder dieser Karten stehen Menschen und ihre Erfahrungen. Diese Stimmen müssen gehört werden. Denn ein starker Sozialstaat ist die Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wer hier spart, riskiert soziale Spaltung und gefährdet das Miteinander in unserem Land. Die Diakonie steht als verlässliche Partnerin für die Politik bereit – für Lösungen, die wirken, Folgekosten vermeiden und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sichern“, betont Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen.
Stefan Gerland, kaufmännischer Vorstand der Hephata Diakonie, erklärt: „Hinter diesen Postkarten stehen Menschen, die täglich erleben, wie wichtig verlässliche Hilfen für Teilhabe, Selbstbestimmung und gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Mitarbeitende, Klientinnen und Klienten, Angehörige und Unterstützende haben gemeinsam ein deutliches Signal gesendet: Soziale Unterstützung ist kein Sparmodell.“ Mit Blick auf die Attraktivität von Sozialberufen betont Gerland: „Die Sparvorschläge sehen nicht nur vor, die Leistungen für unsere Klientinnen und Klienten deutlich zu beschneiden, sondern auch die tarifliche Bezahlung der Mitarbeitenden im Sozialbereich in Frage zu stellen. Dies stellt die Attraktivität der Sozialberufe insgesamt in Frage und wird langfristig Auswirkungen auf die soziale Infrastruktur und deren Angebote haben. In der Pflegeversicherung wurde dieser Fehler schon einmal begangen – mit weitreichenden negativen Konsequenzen.“
An der Aktion haben sich gemeinsam mit der Hephata Diakonie und der Diakonie Hessen als Landesverband weitere Träger und Einrichtungen aus der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe in Hessen beteiligt, darunter Bathildisheim e.V., EVIM, Leppermühle e.V., Mission Leben, Nieder-Ramstädter Diakonie, St. Elisabeth-Verein e.V., Tanner Diakoniezentrum gGmbH und Regionale Diakonische Werke. Darüber hinaus haben Privatpersonen aus dem Umfeld von Mitarbeitenden und betroffenen Menschen die Postkarten unterschrieben. Die Übergabe in Berlin macht dieses breite Engagement sichtbar und zeigt zugleich die große Sorge über die diskutierten Sparpläne.
Die Postkarten sind Teil einer bundesweiten Aktion der Diakonie Deutschland unter dem Motto „Wer heute kürzt, zahlt morgen drauf“. Bundesweit wurden bereits weit über 100.000 Karten unterschrieben. Ziel ist es, politisch Verantwortliche direkt mit den Erfahrungen und Anliegen von Mitarbeitenden, Betroffenen und Unterstützer*innen zu konfrontieren.
Hintergrund sind die Sparvorschläge einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe, die von der Bundesregierung beauftragt wurde. Diskutiert werden Einschnitte bei Leistungen der Kinder-, Jugend- und Eingliederungshilfe. Die Diakonie warnt vor gravierenden Folgen für Kinder, Familien und Menschen mit Behinderungen sowie für deren Möglichkeiten auf Teilhabe und ein selbstbestimmtes Leben.
Mit der heutigen Aktion senden Hephata Diakonie und Diakonie Hessen gemeinsam ein klares Signal an die Politik: Soziale Infrastruktur ist keine freiwillige Leistung. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Chancengerechtigkeit und langfristige Stabilität.
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Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)
In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in Förderschulen und der beruflichen Bildung. In unserer Tochtergesellschaft Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde) bieten wir zudem an mehreren Standorten ambulante und stationäre Hilfen für Seniorinnen und Senioren an.
Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.
Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.
Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.