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Schichtwechsel in Treysa (von links): Susanne Becker, Beschäftigte in der Hephata-Gärtnerei, führte Sabine Schäfer, Sandra Jaeckel und Nils Görner durch die Hephata-Gärtnerei.

Pressemitteilung —

Hephata-Schichtwechsel 2026: Arbeitsplätze tauschen, Perspektiven wechseln

Einen Tag lang den gewohnten Arbeitsplatz verlassen und in eine andere Arbeitswelt eintauchen: Im Rahmen des bundesweiten Aktionstags Schichtwechsel am 24. September tauschten Beschäftigte der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) der Hephata Diakonie ihre Arbeitsplätze mit Mitarbeitenden aus Unternehmen und Institutionen der Region. Die Wege führten unter anderem zum Landeswohlfahrtsverband Hessen, zum Forstamt Jesberg, in den Wildpark Knüll und zur Kreissparkasse Schwalm-Eder. Umgekehrt arbeiteten Mitarbeitende der Partnerorganisationen in den Werkstätten mit.

Ob Kartoffelernte, Poststelle, Wildtierfütterung oder Bürstenproduktion: Beim bundesweiten Aktionstag lernten Menschen mit und ohne Behinderungen die Arbeitsplätze der jeweils anderen kennen, arbeiteten gemeinsam und kamen miteinander ins Gespräch. So entstanden ganz unterschiedliche Begegnungen.

Forst und Landwirtschaft: Raus aus dem eigenen Revier

Wie funktioniert Holzernte? Welche Arbeiten sind nötig, bevor ein Baum gefällt wird? Und wie arbeiten die großen Maschinen im Wald? Das wollte Yannik Bässe aus dem Berufsbildungsbereich des Geschäftsbereichs Soziale Teilhabe (ehemals Behindertenhilfe) bei seinem Schichtwechsel im Forstamt Jesberg herausfinden. Begleitet wurde er von Jobcoach Thomas Lomp.

Försterin Marie Lehmann, Revierförster Michael Hickmann und Försteranwärter Leo Fischer gaben ihm Einblicke in die unterschiedlichen Bereiche ihrer Arbeit. Los ging es im Orchideenbiotop, wo Bässe bei Pflegearbeiten selbst mit anpackte. Anschließend erhielt er Einblicke in die Arbeit in Nadelbaumbeständen und erfuhr, welche Schritte bei der Holzernte notwendig sind und welche Sicherheitsregeln dabei gelten.

Zum Abschluss ging es an die große Maschine: Bässe konnte einen Vollernter aus nächster Nähe besichtigen und anschließend beobachten, wie die Forstmaschine bei der Holzernte arbeitet.

Vom Schreibtisch auf den Kartoffelroder

Während Bässe seinen Arbeitsplatz in den Wald verlegte, ging es für Forstamtsleiter Stefan Wirxel in die andere Richtung: auf den Kartoffelacker des Hofguts Richerode. Dort begrüßten ihn Werksleiterin Kira Lichtenfels und Betriebsleiter Jonas Müller. Gemeinsam mit Beschäftigten, Mitarbeitenden und weiteren Helfer*innen packte er bei der Kartoffelernte mit an.

Ganz neu war die Arbeit für Wirxel nicht. Sie wecke „tolle Kindheitserinnerungen“, erzählte er. Schon als Kind habe er bei der Ernte geholfen. Heute verbringe er beruflich viel Zeit im Büro. Umso willkommener sei die körperliche Arbeit. Das Sortieren der Kartoffeln habe für ihn sogar „fast etwas Meditatives“.

Rund zwei Stunden arbeitete die Gruppe gemeinsam auf dem Kartoffelroder. Neben der Ernte blieb dabei viel Zeit für Gespräche: über Land- und Forstwirtschaft, Maschinen und Fuhrpark, Tiere im Wald und berufliche Lebenswege.

Bei einer anschließenden Hofführung bekam Wirxel weitere Einblicke in das Hofgut Richerode. Dabei ging es um die Rinder- und Schweinehaltung, den Fuhrpark sowie die bewirtschafteten Flächen und angebauten Kulturen des Bioland-Betriebs. „Ich war überrascht, wie viel es hier zu entdecken gibt. Von der Straße aus bekommt man nur einen kleinen Eindruck davon, was sich alles auf dem Gelände befindet“, sagte Wirxel.

Zwischen Waschbären und Kartoffelroder: Hofgut trifft Wildpark

Auch eine Mitarbeiterin des Wildparks Knüll und eine Beschäftigte des Hofguts Richerode tauschten für einen Tag ihre Arbeitsplätze. Bianca Schneider, Beschäftigte auf dem Hofgut, arbeitete im Wildpark, während Diplom-Biologin und Umweltpädagogin Sara Engelbrecht bei der Kartoffelernte in Richerode mithalf.

„Ich freue mich sehr auf diesen Tag und lasse mich überraschen“, sagte Schneider zum Auftakt. Gemeinsam mit Jobcoach Thomas Bachmann bereitete sie Futter für die Waschbären vor, reinigte mit einer Tierpflegerin Bärenhaus und Außengelände und half bei der Versorgung von Bären, Luchsen und Rotwild.

Bianca Schneider kannte den Wildpark Knüll bisher noch nicht. Nach ihrem ersten Besuch steht für sie aber bereits fest: „Das war ganz sicher nicht mein letzter Besuch. Ich komme gerne wieder“, sagte sie.

Vom Wildpark aufs Feld

Sara Engelbrecht vom Wildpark Knüll wechselte währenddessen auf den Kartoffelroder. Ganz unbekannt war ihr das Hofgut Richerode nicht: Bereits vor rund 20 Jahren hatte sie den landwirtschaftlichen Betrieb der Hephata Diakonie mit einer Kindergartengruppe besucht.

Nun half sie selbst bei der Ernte mit und sortierte auf dem Förderband Erdklumpen, Krautreste und faule Kartoffeln aus. Bei einer Hofführung zeigten ihr Jonas Müller und Bianca Schneider anschließend, wie sich der Betrieb entwickelt hat.

„Die Arbeit ist seit meinem letzten Besuch vielseitiger geworden. Man erlebt: Die Arbeit hier macht Sinn“, lautete Engelbrechts Fazit.

Vom Nistkasten bis zum Kundenservice: Arbeitswelten im Tausch

Auch die Beschäftigten der Für Uns-Manufaktur in Fritzlar und Mitarbeitende der Kreissparkasse Schwalm-Eder tauschten für einen Tag ihre Arbeitsplätze.

Tamara Jegel und Lukas Zieß arbeiten in der Für Uns-Manufaktur in Fritzlar. Für ihren Tauschtag besuchten sie die Kreissparkasse Schwalm-Eder. Im Sparkassendienstleistungszentrum in Homberg (Efze) lernten sie nach einer Hausführung verschiedene Arbeitsbereiche kennen, von der Münzbearbeitung und dem Kundenservicecenter über die Organisation bis zum direkten Kundenkontakt in einer Geschäftsstelle.

Jana Andres und Ulrich Siebald arbeiten bei der Kreissparkasse Schwalm-Eder. Bei ihrem Gegenbesuch in der Für Uns-Manufaktur unterstützten sie die Arbeitsgruppe Landschaftspflege, bauten in der Holzwerkstatt Nistkästen und fertigten Handklappern. Dabei kamen sie mit den Beschäftigten über Arbeitsabläufe, Organisation und den Alltag in der Werkstatt für Menschen mit Behinderungen ins Gespräch.

Hephata und der LWV: Einblicke in beide Richtungen

Besonders vielfältig war in diesem Jahr der Austausch zwischen der Hephata Diakonie und dem Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV). Zwei Beschäftigte aus den Werkstätten Hephatas lernten den Arbeitsalltag beim LWV in Kassel kennen. Gleichzeitig besuchten acht Mitarbeitende des LWV verschiedene Arbeitsbereiche der Hephata Diakonie.

Tobias Berg arbeitet auf dem Hofgut Richerode und engagiert sich im Werkstattrat. Gemeinsam mit Annette Stein vom Sozialdienst besuchte er den LWV in Kassel. Dort lernte er zunächst die zentrale Verwaltung kennen und arbeitete anschließend in der Poststelle mit.

„Ich wusste vorher gar nicht, für wie viele Menschen der Landeswohlfahrtsverband zuständig ist“, sagte Berg. Besonders die Vielzahl der Fachabteilungen und die Größe des Gebäudes beeindruckten ihn.

Auch David Minich aus dem Berufsbildungsbereich des Geschäftsbereichs Soziale Rehabilitation der Hephata Diakonie arbeitete in der Poststelle mit. Ihn interessierte vor allem die Digitalisierung der eingehenden Post. Dabei konnte er an eigene Erfahrungen aus dem Digitaldruck der Für Uns-Manufaktur in Treysa anknüpfen und selbst Aufgaben übernehmen. Eine Führung durch die Haustechnik ergänzte seinen Besuch.

Vom LWV in die Werkstätten von Hephata

In umgekehrter Richtung lernten acht Mitarbeitende des LWV die Arbeit in den Werkstätten Hephatas kennen.

Philipp Schröder und Kerstin Hupfeld besuchten den Berufsbildungsbereich der Sozialen Rehabilitation in Treysa. Im Gespräch mit Beschäftigten erfuhren sie, wie Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich ablaufen und welche Rolle die persönliche Situation für den beruflichen Weg spielt.

Sandra Jaeckel, Nils Görner und Sabine Schäfer besuchten die Arbeitsgruppe Bürsten und Besen. Arbeitsgruppenleiterin Merve Hamel zeigte ihnen, wie die Produkte entstehen, bevor sie selbst Backpinsel herstellten.

Anschließend ging es für die drei in die Hephata-Gärtnerei. Dort führte Werkstattbeschäftigte Susanne Becker die Gäste über die Felder und durch die Gewächshäuser und stellte die verschiedenen Arbeitsbereiche vor.

Tanja Ritter, Walter Bauer und Silke van der Maesen vom LWV arbeiteten unterdessen in der Für Uns-Manufaktur in Treysa mit. Gemeinsam mit Beschäftigten stellten sie Flyer, Gutscheine und weitere Beilagen für einen Konfektionierungsauftrag zusammen und bereiteten sie für den Versand vor.

„Mindestens ebenso wichtig wie der Arbeitsauftrag waren die Gespräche, die währenddessen entstanden. Die Beschäftigten berichteten von ihrem Alltag und davon, wie ihr beruflicher Weg sie in die WfbM geführt hat. So wurde aus dem gemeinsamen Arbeiten zugleich ein persönlicher Austausch“, sagte Arbeitsgruppenleiterin Tanja Erdmann.

Mehr als nur ein anderer Arbeitsplatz

„Beim Schichtwechsel geht es um viel mehr als darum, für ein paar Stunden eine andere Tätigkeit kennenzulernen“, sagt Werksleiterin Kira Lichtenfels.

„Entscheidend ist die Begegnung. Wenn Menschen miteinander arbeiten und ins Gespräch kommen, lernen sie die jeweils andere Arbeitswelt unmittelbar kennen. Dabei merkt man schnell, dass vermeintliche Hindernisse oft gar nicht so groß sind.“

Und Gesprächsstoff gab es reichlich: Auf dem Kartoffelroder tauschten sich die Teilnehmenden über Waldarbeit und Landwirtschaft aus, beim Konfektionieren über persönliche und berufliche Wege, in der Poststelle über Digitalisierung und im Wildpark über Tierhaltung. Die Beschäftigten wurden dabei zu Expert*innen ihres eigenen Arbeitsplatzes, die Tauschpartner*innen zu Kolleg*innen auf Zeit. So wurde aus dem Schichtwechsel vor allem eines: ein Perspektivwechsel.

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Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)

In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in Förderschulen und der beruflichen Bildung. In unserer Tochtergesellschaft Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde) bieten wir zudem an mehreren Standorten ambulante und stationäre Hilfen für Seniorinnen und Senioren an.

Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.

Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.

Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.

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