Pressemitteilung -
Hephata eröffnet Jubiläumsjahr mit Ostergottesdienst
Ostern und zwei runde Geburtstage an einem Tag - das feierte die Hephata Diakonie auf ihrem Stammgelände in Schwalmstadt-Treysa am Sonntag. Gekommen waren neben der Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Beate Hofmann, rund 250 Gäste aus Kirche und Diakonie, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Ostergottesdienst
Der Fest-Gottesdienst mit Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann bildete nicht nur den Auftakt der Feierlichkeiten am Ostersonntag, sondern auch für das Jubiläumsjahr Hephatas. Dieses dauert mit weiteren Veranstaltungen noch bis zum zweiten Advent. Doch nicht nur die Hephata Diakonie feiert 2026 ihre Gründung im Jahr 1901, sondern auch die Diakonische Gemeinschaft Hephata. Hephata-Vorstand und Vorsteher der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt: „Hephata ist nicht denkbar ohne die Diakonische Gemeinschaft Hephata, die in der historischen Nachfolge des Vereins Hessischen Brüderhauses steht. Am 1. April 1901 übernahm das frisch gegründete Brüderhaus die „Anstalten Hephata“ vom Kurhessischen Diakonissenhaus Kassel. Und damit begann die eigenständige Geschichte der Hephata Diakonie – lange Jahre maßgeblich getragen und gestaltet durch das Brüderhaus und seine Mitglieder.“
Da war es geboten, dass neben Bischöfin Beate Hofmann, Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt und Hephata-Pfarrerin Annette Bartsch auch Diakon Stefan Zeiger, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, den Gottesdienst mitgestaltete. Unterstützung bekamen sie dabei von den beiden Klient*innen Anne Günther aus Neustadt und Thomas Schmidt von Gut Halbersdorf bei Spangenberg. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Hephata-Posaunenchor, Organist Andrej Romanov und Bass-Bariton-Solist Hanno Müller-Brachmann.
Diakonische Gemeinschaft Hephata
Diakon Stefan Zeiger stellte kurz die Geschichte der Diakonischen Gemeinschaft anhand eines Brüderkittels dar, der früher Diakonen und später auch Diakoninnen, als Arbeitskleidung diente: „Er steht für die gemeinsamen Wurzeln, für die Geschichte und ihre Geschichten, für die Menschen, die ihn getragen haben und für all diejenigen, für die er getragen wurde.“ Heute trügen Diakoninnen und Diakonen keine Kittel mehr. Rollen und Selbstverständnis hätten sich gewandelt, die Gesamtverantwortung für das große diakonische Unternehmen läge seit Jahrzehnten schon nicht mehr in den Händen der Diakonischen Gemeinschaft. Stefan Zeiger: „Ja, wir haben das Gewand gewechselt, tragen aber den christlichen Auftrag und den Geist einer guten Gemeinschaft ganz im Sinne der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe in Vielfalt und Teilhabe weiter mit uns.“
Predigt der Bischöfin
Vielfalt, Teilhabe, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe waren Aspekte, die auch die Bischöfin in ihrer Predigt aufgriff. Sie stellte zudem einen Zusammenhang zwischen der Bedeutung des Namens Hephata und der Osterbotschaft her: „,Hephata – Öffne Dich!‘ Mit diesen Worten heilt Jesus einen Menschen, der nicht hören und nicht sprechen kann. ,Öffne Dich‘, auf aramäisch ,Hephata‘ wurde der Name, aber auch das Programm für diese diakonischen Einrichtung, deren 125-jähriges Jubiläum wir heute feiern.“
Die Worte ,Öffne Dich‘ klängen auch durch den Ostermorgen, als Frage, die sich drei Frauen auf dem Weg zu Grab Jesu gestellt hätten. Beate Hofmann: „Wer öffnet uns das Grab, damit wir Jesu Leichnam salben können? Und dann stellen sie überrascht fest: Da hat schon ein anderer gerufen: Öffne Dich. Denn das Grab ist offen - und Jesus ist nicht da.“ Die damit verbundene Osterbotschaft, Jesu ist auferstanden, trage die Hoffnung in sich, „dass mit dem Tod Jesu am Kreuz doch nicht alles vorbei ist. Die Botschaft vom Reich Gottes geht weiter“. Bis heute ließen sich Menschen in den Dienst nehmen, um diese Botschaft weiterzutragen, „mit Worten und mit Taten, auch hier in Hephata. Und sie sind in ihrem Dienst getragen von der unglaublichen, österlichen Öffnungserfahrung: Das Leben ist stärker als der Tod, die Liebe überwindet den Hass“.
Darauf aufbauend sagte Beate Hofmann: „Öffne Dich der Menschlichkeit, das möchte ich all denen zurufen, die auf der Suche nach Einsparmöglichkeiten gerade bei denen sparen wollen, die sich am wenigsten wehren können. Eingliederungshilfe, Hilfe für Wohnungslose oder Geflüchtete stehen auf den Streichlisten in der Sozialpolitik gerade ganz weit oben. Es ist beschämend, dass in Deutschland wieder Töne zu hören sind, die Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen als zutiefst bedrohlich empfinden. Es ist zutiefst erschreckend, dass es immer schwerer wird, Mitarbeitende für die Begleitung und Beratung von Geflüchteten zu finden. Immer mehr diakonisch Engagierte haben Angst vor der Hetze und der Gewalt, die ihnen entgegenschlägt.“
Die Bischöfin schloss ihre Predigt mit den Worten: „Aber wer an Ostern seinen Geburtstag feiert, der weiß: Gott überwindet Blockaden, die den Weg versperren, Gottes Kraft eröffnet neue Lebensmöglichkeiten in ganz verschiedenen Notlagen, und Gottes Geist stiftet Menschen immer wieder an, sich in den Dienst am Nächsten zu stellen. Darauf hoffen wir, daraus leben wir.“
Präsentation der Jubiläums-Motive
Im Anschluss an den Gottesdienst präsentierten Beate Hofmann, die beiden Hephata-Vorstände Maik Dietrich-Gibhardt und Stefan Gerland sowie Mitarbeiter*innen und Klient*innen Hephatas die sechs Jubiläums-Motive. Diese zeigen unter dem gemeinsamen Motto „Wir feiern unsere Werte“ sechs zentrale Botschaften Hephatas. Bei den Fotoshootings wirkten ehemalige und aktuelle Mitarbeiter*innen und Klient*innen mit. Die entstandenen Motive wurden dann am Sonntag als Großplakate am Haus Emmaus neben der Hephata-Kirche entrollt. Auf jedem Plakat ist auch eine Geburtstagstorte zu sehen. Diese galt es im Anschluss an die Präsentation dann auch wirklich zu genießen. Die beiden Hephata-Vorstände und Beate Hofmann schnitten die Torte an und servierten diese an die Gäste. Zudem warteten Imbiss, Kuchen und Getränke auf die Besucherinnen, bevor um 13 Uhr die Ausstellung: „Hephata: 125 Jahre – 125 Gesichter“ eröffnet wurde.
Ausstellung Hephata: 125 Jahre – 125 Gesichter
Die Ausstellung in der Alten Küche Hephatas, neben der Hephata-Kirche, unterteilt sich in zwei Bereiche. Zum einen sind Stationen zu wichtigen Ereignissen und Inhalten der Geschichte und Arbeit Hephatas zu sehen. Zum anderen gehören zur Ausstellung 125 Schwarz-Weiß-Fotos. Diese hat der Fotograf Stefan Betzler geschaffen. Die Fotos zeigen die Gesichter von Mitarbeiter*innen, Klient*innen, Patient*innen und Fach-Schülerinnen Hephatas von gestern und heute. Zwölf von diesen 125 Gesichtern werden in der Ausstellung auch mit Texten vorgestellt.
Bischöfin Beate Hofmann eröffnete die Ausstellung gemeinsam mit Maik Dietrich-Gibhardt und Stefan Zeiger, der im Laufe des Nachmittags auch Führungen durch die Ausstellung anbot. An Ende der Ausstellung überreichte Maik Dietrich-Gibhardt Beate Hofmann die Hephata-Jubiläumspflanze: ein Olivenbäumchen der Hephata-Gärtnerei. Maik Dietrich-Gibhardt: „Die Olivenpflanze ist in der Bibel ein Zeichen für Versöhnung, Hoffnung und Frieden, sie wollen wir auch in unserem Jubiläumsjahr schenken und pflegen.“
- Nähere Informationen zu allen Veranstaltungen des Hephata-Jubiläumsjahres gibt es telefonisch unter: 06691 18-1316 und unter: www.hephata.de/125
- In der Ausstellung ist auch das neue „Café 125“ zu finden. Die Ausstellung und das Café werden bis zum 1. Advent am 29. November jeweils dienstags von 13 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet haben.
- Die Hephata-Jubiläumspflanze mit passendem Übertopf gibt es in der Hephata-Gärtnerei zu kaufen.
BU: Hephata Diakonie Ausstellung: Diakon Stefan Zeiger, Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann und Hephata-Vorstand Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt (von links; Foto: Hephata Diakonie / Stefan Betzler).
BU: Hephata Diakonie Gottesdienst: Diakon Stefan Zeiger, Hephata-Pfarrerin Annette Bartsch, Thomas Schmidt, Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann, Hephata-Vorstand Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt und Anne Günter (von links; Foto: Hephata Diakonie / Stefan Betzler).
BU Hephata Diakonie Plakate: Hephata-Vorstand Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt, Bischöfin Prof. Dr. Beate Hofmann und Hephata-Vorstand Stefan Gerland (vorne, von links) mit Mitarbeiter*innen und Klient*innen Hephatas, die auf den Groß-Plakaten zu sehen sind (Foto: Hephata Diakonie / Stefan Betzler).
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Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)
In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in Förderschulen und der beruflichen Bildung. In unserer Tochtergesellschaft Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde) bieten wir zudem an mehreren Standorten ambulante und stationäre Hilfen für Seniorinnen und Senioren an.
Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.
Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.
Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.