Pressemitteilung —
Mutige Zeilen während Lyrik-Lesung im Werkraum Treysa: Schüler*innen geben tiefe Einblicke
Die Politik als giftige Schlange, ein Orca auf großer Reise oder ein Igel als lyrische Hauptfigur: Bei der Abschlusslesung des Literaturprojekts „Lautschriften“ zeigten die Schülerinnen und Schüler der Hermann-Schuchard-Schule Hephata und der Schule im Ostergrund, wie vielfältig und kreativ moderne Lyrik sein kann.
„Die letzte Schlange in der Regierung ist giftig“ – war nur eine der vielen mutigen und überraschenden Zeilen, die die Schülerinnen und Schüler auf ein Blatt Papier brachten. Ihre Gedichte präsentierten sie nun während einer Lesung im Hof des Werkraums in der Treysaer Altstadt.
Über mehrere Wochen hinweg hatten die Schülerinnen und Schüler der Hermann-Schuchard-Schule Hephata und der Schule im Ostergrund gemeinsam Gedichte geschrieben, gestaltet und sich intensiv mit der Welt der Lyrik beschäftigt. Unterstützung bekamen sie dabei von Autorin Charlotte Werndt. Bereits zum zweiten Mal wurde das Projekt „Lautschriften“ in Kooperation mit dem Hessischen Literaturforum durchgeführt.
Gemeinsam beschäftigten sie sich mit moderner Lyrik, experimentierten mit Sprache und Klang und entwickelten eigene Texte zum Thema „Tiere“. Dabei entstanden ganz unterschiedliche Werke – vom Orca über den Igel bis hin zur Schlange. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt: Eine Schülerin verfasste ein Gedicht in ihrer eigenen Sprache und lieferte auch eine Übersetzung. Die Gedichte wurden in diesem Jahr in einem selbst gefalteten “Zine” präsentiert, einer Magazin-Form, die vornehmlich aus der Punk-Szene kommt, erklärt Charlotte Werndt.
Für sie war die Offenheit der Jugendlichen während des gesamten Projekts besonders bemerkenswert. „Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, sich so gehen zu lassen und sich zu öffnen. Es ist Wahnsinn, wie offen alle damit umgegangen sind“, sagte sie. Gerade mit Blick auf die letzten Schulwochen vor den Sommerferien und zahlreiche Abschlussveranstaltungen verdienten die Schülerinnen und Schüler ein großes Kompliment, sagte auch Tamara Lohse, die das Projekt seitens der Hephata Diakonie koordiniert und begleitet hat.
Beeindruckt zeigte sich auch das Werkraum-Team. „Wir sind geflasht“, sagte Wolfgang Plag, stellvertretend für das Team nach den Lesungen. Die entstandenen Texte und Magazine seien wirklich toll geworden. Als Anerkennung erhielten die jungen Autorinnen und Autoren Blumen, Geschenke sowie Gutscheine. Außerdem durften sie sich aus dem Sortiment des Werkraums bedienen.
Auch Helene Sindel vom Hessischen Literaturforum lobte die Ergebnisse. Projekte wie „Lautschriften“ würden zeigen, welches kreative Potenzial in jungen Menschen steckt. „Man weiß vorher nie, was am Ende dabei herauskommt“, erklärte sie. Umso schöner sei es gewesen, die entstandenen Werke während der Lesung das erste Mal zu hören.
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