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Verfassen in diesem Jahr ihre eigenen Gedichte: von links hinten Lehrerin Tina Pistor, Artur Kuhfeld, Feikje Poser, Romy Schulz, Kevin Hesse. Vorne: Koordinatorin Tamara Lohse, Chantal Voyna, Jasmin Rüsing und Autorin Charlotte Werndt.

Pressemitteilung

Lautschriften geht in die zweite Runde: Kreative Lyrikwerkstatt verbindet Jugendliche aus Treysa

Im vergangenen Jahr standen noch Kurzgeschichten auf dem Programm, jetzt tauchen sie in die Welt der Lyrik ein: Das Projekt „Lautschriften“ ist in seine zweite Runde gestartet. In Kooperation zwischen der Hermann-Schuchard-Schule Hephatas (HSS) und der Sekundarschule im Ostergrund in Treysa entdecken Schülerinnen und Schüler wieder gemeinsam die Welt der Literatur. Unterstützt wird das Projekt erneut vom Hessischen Literaturforum.

Noch im vergangenen Jahr schrieben die Schüler*innen ihre eigenen Kurzgeschichten, die in einem Buch veröffentlicht wurden – „nun dreht sich alles um die Lyrik“, erklärt Autorin Charlotte Werndt, die erstmals das Projekt seitens des Hessischen Literaturforums begleitet und in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen der Bildungsarbeit tätig gewesen ist – unter anderem in einer Kooperation mit dem Jüdischen Museum Frankfurt. Insgesamt sieben Schüler*innen nehmen erneut an dem Projekt teil – vier von der Hermann-Schuchard-Schule Hephatas, einer Förderschule mit Schwerpunkt geistiger, körperlicher und motorischer Entwicklung und drei Schüler*innen von der Sekundarschule im Ostergrund.

Seit April treffen sich die Jugendlichen zu insgesamt fünf Doppelschulstunden, um gemeinsam Gedichte zu lesen, zu analysieren und eigene Texte zu verfassen. Die Freude darüber, dass das Projekt nach dem gelungenen Start fortgesetzt wird, ist bei den Jugendlichen groß, erzählt auch Tamara Lohse, Koordinatorin des Ganzen. „Die Schülerinnen und Schüler haben sich total gefreut und sind wieder total motiviert dabei, wirklich beeindruckend.“ Gleichzeitig stellte das Thema Lyrik viele von ihnen zunächst vor neue Herausforderungen. „Natürlich sind Gedichte etwas anspruchsvoller, aber es ist wirklich beachtlich, mit welcher Konzentration und welchem Interesse unsere Schülerinnen und Schüler dabei sind“, erklärt auch Tina Pistor, Lehrerin an der HSS.

„Gedichte verlangen oft eine andere Art der Konzentration als Prosa“, erklärt auch Charlotte Werndt. „Viele Menschen haben Berührungsängste mit Lyrik, weil sie häufig als Hochkultur wahrgenommen wird. Dabei kann gerade moderne Lyrik einen sehr direkten Zugang zur Sprache eröffnen.“ Um den Jugendlichen den Einstieg in die Welt der Lyrik zu erleichtern, entschied sie sich daher für das Thema „Tiere“: „Tiere sind etwas Greifbares, vermutlich findet jeder einen Zugang zu ihnen. Egal, ob man sie mag oder nicht“, sagt sie. Dabei standen nicht nur Inhalte, sondern auch Klang, Rhythmus und Gestaltung im Vordergrund. So beschäftigten sich die Jugendlichen beispielsweise mit einer Schlange, deren zischende und sich windende Bewegungen sich nicht nur im Text, sondern auch in der Anordnung der Worte auf dem Papier widerspiegeln, erklärt Charlotte Werndt. Das soll sich später auch in der Veröffentlichung der Gedichte zeigen: Denn in diesem Jahr dürfen die Schüler*innen ihre Werke individuell in einem eigenen sechsseitigen Magazin per Handschrift selbst gestalten – dieses wird dann vervielfältigt. Vorgestellt werden die Gedichte erneut während einer Lesung, die im Werkraum am 26. Juni in Treysa stattfinden soll.

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