Pressemitteilung —
125 Jahre Diakonische Gemeinschaft Hephata: Gesamtkonvent beginnt mit vier neuen Mitgliedern
Welche Werte tragen eine Gemeinschaft über 125 Jahre hinweg? Und was braucht es, damit sie auch in Zukunft lebendig bleibt? Mit diesen Fragen ist der Gesamtkonvent der Diakonischen Gemeinschaft Hephata am Freitagmorgen eröffnet worden. Mehr als 100 Menschen feierten in der Hephata-Kirche das Jubiläum, die Aufnahme von vier neuen Mitgliedern und die gemeinsame Verbundenheit.
Der Gesamtkonvent der startete mit einem festlichen Gottesdienst. Das Jubiläum steht unter dem Motto „Wir sind Wert(e)-Voll“. „Die Vorfreude auf den diesjährigen Gesamtkonvent ist groß und berechtigt gewesen“, sagte Diakon Stefan Zeiger, Geschäftsführer der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, zu Beginn des Gottesdienstes. Die Arbeit in der Gemeinschaft werde nicht allein von ihm als kraftschöpfend erlebt - „sondern von euch allen, die hier so zahlreich erschienen seid. Deshalb freut es mich enorm, dass wir heute hier gemeinsam unsere Werte feiern können-“ Als Schwestern und Brüder liege der gemeinsame Auftrag der Gemeinschaftsmitglieder darin, am Leben der Menschen teilzunehmen und sie zu begleiten, so Zeiger.
In diesem Geist wurden Daniel Diebel aus Schwalmstadt, Simone Oros aus Weiterstadt, Sophie Pfalzgraf aus Neukirchen und Uwe Elowa Werner aus Kassel in die Diakonische Gemeinschaft aufgenommen. Für sie bedeutet die Mitgliedschaft, ihren beruflichen Einsatz mit einem christlichen Auftrag zu verbinden und Verantwortung für Menschen und Gesellschaft zu übernehmen.
„Die Aufnahme in die Gemeinschaft ist dabei nicht nur ein formaler Schritt. Sie steht für die Bereitschaft, sich auf das gemeinsame Leben, auf gegenseitige Unterstützung und auf die gemeinsame Verantwortung einzulassen“, sagte Simone Oros, die als Erzieherin tätig ist. Auch die Aufnahme selbst wurde als Zeichen der Verbundenheit sichtbar. „Ich freue mich, heute vier Menschen nach vorn bitten zu können, die Mitglieder unserer Gemeinschaft werden wollen und mit denen wir uns geschwisterlich verbunden wissen“, sagte Martin Mehl, Referent der Diakonischen Gemeinschaft Hephata, bevor er die neuen Mitglieder nach vorn bat.
Wie stark die Gemeinschaft von ihrer Geschichte lebt, zeigte sich auch an der Geschichte von Walter Post. Der ehemalige Leiter der Sozialen Rehabilitation Hephatas ist seit 70 Jahren Diakon. Obwohl er inzwischen im Ruhrgebiet lebt, kehrte er zum Jubiläumskonvent nach Hephata zurück. Diakon bin ich von Herzen, vom Glauben und vom Menschen her“, sagte Walter Post. Als Halbwaise lernte er während seiner Zeit in der christlichen Jugendarbeit das Evangelium kennen. Diese Erfahrung prägte ihn und weckte in ihm den Wunsch, Diakon zu werden. Bereits 1960 habe er für sich formuliert: „Jesus nachzufolgen ist eine der schönsten Lebensmöglichkeiten.“ Dieser Satz begleite ihn bis heute. „Ich sehe immer als erstes den Menschen, wie er ist, vor mir“, sagte er.
Die Predigt beim Aufnahmegottesdienst hielt Hephata-Vorstand Pfarrer Maik Dietrich-Gibhardt, Vorsteher der Diakonischen Gemeinschaft Hephata. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Werte die Gemeinschaft nach 125 Jahren prägen und wie sie weitergetragen werden können. Das Jubiläum sei ein Grund zur Dankbarkeit und zum Feiern. Für seine Predigt griff Dietrich-Gibhardt das Bild der lilafarbenen Jubiläumstorte mit dem Schriftzug „Für uns ist Offenheit ein Segen“ auf. Die Geschichte der Gemeinschaft kenne Licht und Schatten: Sie sei von wertvoller Arbeit im Dienst am Nächsten geprägt, aber auch von Schuld und verdrängten Aspekten.
„Nur Zucker allein macht eben keinen guten Teig. Das Salz macht die Konsistenz“, sagte er. Auch das Leben bestehe nicht nur aus Sonnentagen, sondern kenne die „salzigen Tränen“ der Trauer. All dies gehöre zur Geschichte und zur Gemeinschaft. Die Torte müsse deshalb gekostet und geprüft werden, ob das Rezept an veränderte Zeiten angepasst werden müsse. Offenheit bedeute eben auch, die Torte anzuschneiden und den Segen weiterzugeben: Was geteilt werde, fließe weiter und vermehre sich.
Und wie das aussehen kann, sollte beim Gesamtkonvent Thema sein: Unter dem Motto „Wir sind Wert(e)-Voll“ beschäftigt sich die Gemeinschaft am Wochenende mit der Zukunft. Im Mittelpunkt stehen der Wert jedes einzelnen Menschen sowie Offenheit, Zusammenhalt und gegenseitige Verantwortung, so Steffan Zeiger. Das Jubiläum erinnere an die gemeinsamen historischen Wurzeln der Hephata Diakonie und der Diakonischen Gemeinschaft. Sie reichen bis ins Jahr 1901 zurück. Damals übernahm der Verein Hessisches Brüderhaus e. V. die damaligen Anstalten Hephata vom Kurhessischen Diakonissenhaus Kassel.
Der Gesamtkonvent dauert bis Sonntag, 8. November. Im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst fand am Freitag ein öffentlicher Thementag mit einem Impulsvortrag zur Berufsethik im Diakonat, Workshops und Diskussionsmöglichkeiten statt. Den Abschluss bildet am Sonntagmorgen ein Fest- und Einsegnungsgottesdienst. Dabei werden sieben Frauen und Männer in das Amt der Diakonin beziehungsweise des Diakons berufen.
BU: Die neuen Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft sowie der Vorstand der Diakonischen Gemeinschaft: Norbert Theiß, Stefan Zeiger, Sophie Pfalzgraf, Simone Oros, Elke Schulmeyer, Uwe Elowa Werner, Nathalie Hügues, Thomas Kirschner, Martin Mehl und Maik Dietrich-Gibhardt. Auf dem Foto fehlt Daniel Diebel, der ebenfalls neu aufgenommen wurde. (Foto: Hephata Diakonie / Linett Pfeifer)
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Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)
In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in Förderschulen und der beruflichen Bildung. In unserer Tochtergesellschaft Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde) bieten wir zudem an mehreren Standorten ambulante und stationäre Hilfen für Seniorinnen und Senioren an.
Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.
Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.
Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.